Rasen mit Geschichte. Konzepte und Kritik globaler Aufführungsformen

  • Barbara Gronau

Abstract

Der Beitrag untersucht das Wechselverhältnis von Konzepten des Globalen und den daraus resultierenden Aufführungsformen. Im Fokus stehen zunächst zwei Formen der Cultural Performance um 1900: die Wiedereinführung der Olympischen Spiele 1896 durch Pierre de Coubertin – als Symbol des modernen Inter-/Nationalismus – und die als Berliner Gewerbeschau bezeichnete Repräsentationsformen kolonialer Hegemonien. Es wird gezeigt, wie sich in den künstlerischen Aufführungen die modernen ökonomischen, sozialen und kulturellen Verhältnisse einschreiben und welchen Anteil theatrale Formen an den Konstruktionen von Identität und Differenz, Gemeinschaft und Einzelnem haben. In einem zweiten Schritt wird mit Blick auf das zeitgenössische Theater nach Prinzipien einer ›globalisierten Ästhetik‹ – d. h. der Produktion und Zirkulation von Kunst unter den Bedingungen einer globalisierten Welt – gefragt. Welche Darstellungsprinzipien sind hier zu finden und wie reflektieren und kritisieren zeitgenössische Künstler_innen das politische Erbe der oben genannten Inszenierungen? Im Fokus stehen hier Fragen postkolonialer Dekonstruktion von Geschichte und Vorstellungen von Egalität und Gerechtigkeit in unserer globalisierten Gegenwart.
Veröffentlicht
17-01-2017
Zitationsvorschlag
Gronau, B. (2017). Rasen mit Geschichte. Konzepte und Kritik globaler Aufführungsformen. Itw : Im Dialog, 2. https://doi.org/10.16905/itwid.2016.2.