Kapitalismus als globale Religion. Profanierung in Christophe Meierhans’ Some use for your broken clay pots

  • Friedemann Kreuder

Abstract

Aus der Sicht des italienischen Philosophen Giorgio Agamben in Profanierungen (2005) wurden in der römisch-antiken Gesellschaft diejenigen Dinge als ›heilig‹ oder ›religiös‹ bezeichnet, die auf irgendeine Weise den Göttern gehörten. Sie wurden aus dem freien Gebrauch und dem profanierenden Verkehr der Menschen in eine eigene Sphäre abgesondert. Unter den Vorzeichen des Gesellschaftssystems des globalen Spätkapitalismus stellt sich die Frage nach einer solchen Absonderung neu und anders, da Letztere umfassend und omnipräsent geworden ist. In besagtem Gesellschaftssystem wird mit jedem Gebrauch des Körpers und seines Umgangs mit Dingen der auf sie bezogene ideologische Diskurs des Zusammenspiels von ›Gebrauchswert‹, ›Mehrwert‹ und ›Schauwert‹ als neue Form der ›Trinität‹ performativ wiedervergegenwärtigt. Der Vortrag diskutiert den ›entsinnten‹ (Derrida) Gebrauch von Praktiken in der Performancekunst von Christophe Meierhans als innovative Form zeitgenössischer Profanierung.

Veröffentlicht
17-01-2017
Zitationsvorschlag
Kreuder, F. (2017). Kapitalismus als globale Religion. Profanierung in Christophe Meierhans’ Some use for your broken clay pots. Itw : Im Dialog, 2. https://doi.org/10.16905/itwid.2016.5.