Performative ErMittlung von Meinungen und Positionen auf den Spielwiesen des Globalen. Überlegungen zu Fight Night von Ontroerend Goed und The Border Project

  • Annika Wehrle

Abstract

"It has often been said that you can’t have a show without an audience and tonight that is more true than ever. Because tonight we will not only need your eyes and ears but at the center of everything will be your voice." Diese Aufforderung, das szenische Geschehen durch Stimmabgabe mitzulenken, läutet das performative Wortgefecht Fight Night (2013) ein, eine global tourende Koproduktion von Ontroerend Goed und The Border Project. Fünf Kandidat_innen steigen in den Ring und werden vom Publikum nach und nach herausgewählt. Dieses wird aber nicht dazu aufgefordert, die Stimme hörbar zu erheben. Vielmehr erfolgt eine elektronische Erfassung über Abstimmgeräte, die vor der Vorstellung ausgegeben werden. Anstatt Wahlprogramme zu formulieren, bauen die Kandidierenden auf Präsenz, intuitive Sympathie und Glaubwürdigkeit, wodurch eine statistische Erfassung situativer Stimmungsbilder erfolgt, die dann in ein gemitteltes Wahlergebnis überführt werden. In dem sich dabei entfaltenden Spiel um Meinungs- und Mehrheitsbildung, Abstimmen und Umstimmen, Manipulation und Wahlfreiheit stellt sich  zunehmend die Frage nach dem Gewicht der eigenen Stimme.
Veröffentlicht
17-01-2017
Zitationsvorschlag
Wehrle, A. (2017). Performative ErMittlung von Meinungen und Positionen auf den Spielwiesen des Globalen. Überlegungen zu Fight Night von Ontroerend Goed und The Border Project. Itw : Im Dialog, 2. https://doi.org/10.16905/itwid.2016.11.