Sprach- und Kulturtransfer – topografisch, virtuell, medial

Sprach- und Kulturtransfer – topografisch, virtuell, medial

Sabine Krause und Heide-Ingrid Flagner (Leipzig)

http://dx.doi.org/10.13092/lo.86.4115


 

Vorwort

Spații și medii în culturile romanice – Räume und Medien in der Romania – Espaces et médias dans les cultures romanes – Los Espacios y Medios en la Romania lautete der Titel der internationalen wissenschaftlichen Konferenz, die vom 27. bis 30. September 2015 vom Lektorat Rumänisch des Instituts für Romanistik der Universität Leipzig in Zusammenarbeit mit dem Institutul Limbii Române, Bukarest, organisiert wurde.

Rund 60 Forscherinnen und Forscher aus Literatur- und Kulturwissenschaft, aus Kunst- und Medienwissenschaft, aus Sprachwissenschaft und Didaktik diskutierten in acht Sektionen über „Raum und Wahrnehmung“, über „reale und virtuelle“, „eigene und fremde“, „sprechende und nicht-sprechende“ und „urbane Räume“, über „Raum und Identität“, die sprachliche Realisierung von Raumkonzepten, über sprachliche Individuation und Identität in „fremden Räumen“ sowie didaktische Implikationen für den Erwerb und die Vermittlung des Rumänischen als Zweit- bzw. Fremdsprache.

Die Veröffentlichung der Tagungsbeiträge erfolgt in drei verschiedenen Publikationsorganen: Die literatur- und kulturwissenschaftlichen Beiträge erscheinen in der Reihe Passagen beim Olms-Verlag, Aufsätze mit vorwiegend rumänistischer und fremdsprachendidaktischer Ausrichtung werden beim Universitätsverlag Bukarest veröffentlicht.

Der vorliegende Band der Reihe Linguistik Online vereint insgesamt sechs sehr unterschiedliche Beiträge zu Sprach- und Kulturtransfer in topographischen, realen und virtuellen Räumen sowie zur Bedeutung von Räumen für die sprachliche Individuation und Identität von Sprach- und Kulturgemeinschaften. So erörtern Ramona Jakobs und Adrian Görke in ihrem Beitrag die Bedeutung des virtuellen Raums als Alternative zum schwindenden topographischen Raum für die okzitanische Sprachgemeinschaft. Wie Online- und Offline-Wirklichkeit im virtuellen Raum verwoben sein können, zeigt Nadine Rentel am Beispiel deutschsprachiger Diskussionsforen der Medizin. Möglichkeiten des interlingualen Transfers von Non-Standard-Varietäten präsentiert Eva Gugenberger am Beispiel der audiovisuellen Übertragung des Lunfardo in das Deutsche anhand der argentinischen Fernsehserie Okupas. Annegret Richter zeigt an Alvarado Tezozomocs Crónica Mexicana den Transfer und die Hybridisierung verschiedener (Schrift-)Kulturtraditionen sowie die Möglichkeit einer neuen Interpretation der spanischen Kolonisierung durch deren Integration in ein mittelamerikanisches Zeitkonzept. Den Stellenwert romanischer Sprachen für die Konstruktion einer sprachlichen und nationalen Identität der Mazedonier in Abgrenzung zu den benachbarten Sprachgemeinschaften beleuchtet Constantin-Ioan Mladin. Schließlich dokumentiert Dan Ungureanu in seinem originellen Beitrag zu geographischen Spitznamen in Italien, Frankreich, der Schweiz und Rumänien (als Ausdruck alter lokaler Identitäten und neuer Migrationen) den Zusammenhang von topographischem Raum, Identität und Abgrenzung.

Für die Unterstützung bei der Vorbereitung und Durchführung der Tagung gilt unser Dank dem Institut für Romanistik der Universität Leipzig, vor allem der Professur für französische, frankophone und italienische Sprachwissenschaft unter Leitung von Elisabeth Burr; weiterhin der Botschaft Rumäniens in der Bundesrepublik Deutschland, dem Institutul Limbii Române Bukarest, dem Rumänischen Honorarkonsulat für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen und nicht zuletzt den Rumänistik-Absolventen der Universität Leipzig sowie meinen Rumänisch-Übersetzerkolleginnen und -kollegen, die mit ihren Spenden einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen erbracht haben.

Gedankt sei auch den Gutachterinnen und Gutachtern des anonymen Peer-Review-Verfahrens für ihre Mühe und ihre wertvollen Hinweise zur Verbesserung der Beiträge. Vor allem möchten wir der Herausgeberin der Zeitschrift Linguistik Online, Frau Prof. Dr. Elke Hentschel, und ihrem Team sehr herzlich für die Möglichkeit danken, dieses Themenheft zu veröffentlichen.

Sabine Krause