Romanisierung als Schritt zur „Modernisierung” des Mazedonischen

Romanisierung als Schritt zur „Modernisierung” des Mazedonischen*

Constantin-Ioan Mladin (Skopje)

http://dx.doi.org/10.13092/lo.86.4120


 

1 Ziel der Untersuchung

In der vorliegenden Studie soll der Beitrag der romanischen Sprachen zur endgültigen Herausbildung des modernen Mazedonisch, sowohl in der Allgemein- als auch in den Fachsprachen, aufgezeigt werden.

Dabei geht es im Einzelnen um:

1.die romanischen Idiome, die in irgend einer Weise das Mazedonische beeinflusst haben, sei es direkt (Rumänisch – hier sowohl Dakorumänisch als auch Aromunisch bzw. Meglenorumänisch) oder vermittelt über eine andere Sprache (Französisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch);
2.den spezifischen historischen Kontext und die Wege, auf denen die verschiedenen romanischen Elemente ins Mazedonische gelangt sind;
3.den quantitativen Stellenwert der romanischen Entlehnungen (im Allgemein- und Fachwortschatz);
4.die Domänen, in denen der romanische Einfluss besonders stark ist.

Selbst wenn die Entlehnungen aus den romanischen Sprachen in der Allgemeinsprache nicht allzu häufig sind, da das Mazedonische relativ konservativ und ablehnend gegenüber nichtslawischen Einflüssen ist, gelten sie als Zeichen für Modernität und Emanzipation, im Gegensatz zum alten türkischen Bestand. Zugleich wird am romanischen allgemein- und fachsprachlichen Lexikon die programmatische Tendenz deutlich, sich von den beiden slawischen Nachbarsprachen, dem Bulgarischen und dem Serbischen, abzugrenzen.

Darüber hinaus hat das Endringen von allgemein- und fachsprachlichen Lexien romanischer Herkunft wesentlich zur „Modernisierung” der mazedonischen Sprache im Sinne einer supradialektalen Vereinheitlichung und einer Annäherung an Sprachen mit großer Verbreitung und hohem kulturellen Prestige beigetragen.


2 Geschichte und Status der mazedonischen Sprache

Das Mazedonische (ISO 639-1) hat sich aus dem Kirchenslawischen zu einer eigenständigen Sprache entwickelt und gehört zum binären Diasystem Bulgarisch-Mazedonisch der südslawischen Sprachfamilie.1

Das Mazedonische ist eine Ausbausprache (cf. Kloss 1967), denn es wird autonom in Abgrenzung vom Bulgarischen verwendet, mit dem es genetisch und strukturell verwandt ist2, wie auch mit dem Serbischen3, und es verfügt über eine von den Nachbarsprachen unabhängige Standardform mit allen Implikationen (Vermittlung in der Schule, Status als offizielle Nationalsprache, etc.).

Von bulgarischen Sprachwissenschaftlern wurde der Status des Mazedonischen häufig in Frage gestellt, genauer gesagt vehement negiert: Ihnen zufolge ist diese Sprache lediglich eine korrumpierte Form des Bulgarischen, oder mehr noch eine schädliche Variante, da sie das Image der bulgarischen Sprache selber beeinträchtige. Trotz unzähliger von Mazedonisten (aus dem In- und Ausland) vorgelegter Beweise wird die Auseinandersetzung um dieses Thema weiterhin sehr lebhaft, mitunter heftig geführt, und dies sowohl in Fachkreisen (unter Sprachwissenschaftlern, Historikern, Soziologen, etc.) als auch in den Bevölkerungen beider Länder.4

Die Ursachen für diese angespannte Situation sind tatsächlich nicht in erster Linie sprachlicher, sondern vor allem historischer und geopolitischer Natur. Sie entspringen zum einen der alten Frustration Bulgariens, infolge des 2. Weltkrieges das Territorium verloren zu haben, das der heutigen Republik Mazedonien entspricht, zusammen mit einer beträchtlichen Bevölkerung, zum anderen der Existenz einer mazedonischen Minderheit im Südwesten Bulgariens, die nie genügend in den bulgarischen Staat assimiliert war und nach der Vereinigung mit Vardar-Mazedonien strebt.

Genauso richtig ist, dass verschiedene Formen des Mazedonischen erst spät eine tragfähige Verschriftung erfahren haben, nämlich erst zu Beginn des 19. Jh., da sich erst zu diesem Zeitpunkt ein mazedonisches Nationalbewusstsein in Abgrenzung zum bulgarischen herausgebildet hatte. Viele Intellektuelle jener Zeit schwankten explizit zwischen beiden Identitäten5, sodass sie heute gleichermaßen von der einen wie von der anderen Kultur vereinnahmt werden. Und auf beiden Seiten sind die Argumente unanfechtbar, was zwangsläufig die Verwirrung unter den Laien bezüglich dieses Themas steigert. Zudem erhielt dieses Idiom den Status als offizielle Sprache erst im Jahre 1944 und die Standardisierung dieser neuen slawischen Sprache begann faktisch erst ein Jahr später.6 Über diese „Verspätung“ wurde in bulgarischen Linguistenkreisen – Gegner der mazedonischen Sprache (und Nation) – viel spekuliert. Die abschätzigen Urteile über diese Sprache (und Nation) verfestigten sich ziemlich stark auch in ausländischen Fachkreisen und führten zudem bei den Mazedoniern mitunter zu einem Minderwertigkeitskomplex. Das Argument der späten Standardisierung ist freilich kaum haltbar angesichts der Tatsache, dass auch andere Literatursprachen in dieser Region nicht wesentlich früher standardisiert wurden.7

Die mazedonische Sprache im gegenwärtigen Mazedonien bildete sich unter spezifischen historischen Bedingungen und in einem komplexen interkulturellen, mehrsprachigen Umfeld heraus, lebten doch die Mazedonier nacheinander bzw. gleichzeitig, und dies mitunter für lange Zeit, mit Türken, Albanern, Griechen, Bulgaren, Serben, Kroaten, Slowenen zusammen, wie auch mit Aromunen und Meglenorumänen, d. h. balkanromanischen Bevölkerungen.

Hinzu kommt, dass das aktuelle Staatsgebiet Mazedoniens bzw. Teile davon sich im Laufe der Geschichte unter osmanischer (mehr als fünf Jahrhunderte), bulgarischer (1912–1918 und 1941–1944) bzw. unter serbischer Vorherrschaft (1918–1941) befunden haben.8 Diese Völker haben alle kulturellen Institutionen Mazedoniens geprägt, darunter natürlich auch die Sprache.

Die geopolitischen Avatare, die die Territorien des heutigen Staatsgebietes der Republik Mazedonien bildeten, hatten unvermeidliche Auswirkungen auf die nationale Identität der Einwohner dieser Landstriche und haben den Prozess der Vereinheitlichung der mazedonischen Sprache stark erschwert. Auch heute ist der Standardisierungsgrad des Mazedonischen noch mittelmäßig. Trotz aller inzwischen unternommenen institutionellen Anstrengungen ist dieser Prozess noch weit davon entfernt, befriedigende Ergebnisse gezeitigt zu haben. Somit gibt es weiterhin eine überaus reiche dialektale Vielfalt (mit bis zu 30 anerkannten Dialekten und Subdialekten!)9, wobei die Interkomprehension zwischen Sprechern weiter entfernter Dialekte häufig nahezu unmöglich ist.10 Um das Bild dieser diatopischen Zersplitterung des Mazedonischen zu vervollständigen, sei hier angemerkt, dass jene 30 Dialekte von ca. 1,2 Millionen Einheimischen gesprochen werden. Laut der letzten Volkszählung in der Republik Mazedonien (2002)11 lebten hier 1’344’815 Einwohner mit der Muttersprache Mazedonisch und 677’732 Einwohner mit Mazedonisch als Zweitsprache.12 Die Daten sind durchaus aussagekräftig, wenn auch veraltet. Dies vor allem aufgrund der langen Zeit, die seit der Volkszählung verstrichen ist (15 Jahre), der galoppierenden Emigration der letzten Jahre13 und des exponentiellen Rückgangs des Interesses, die mazedonische Sprache zu beherrschen, die bei einem wesentlichen Anteil der Bevölkerung festzustellen ist (u. a. als Nebeneffekt einer Reihe von Freiheiten, die der albanischen Gemeinschaft mit dem Ohrider Abkommen [Охридски рамковен договор] von 2001 gewährt wurden).

Angesichts der historischen und kulturellen Umstände, unter denen sich das mazedonische Nationalbewusstsein und die mazedonische Sprache herausgebildet haben, war die Verfasstheit der Sprache, vor allem in den ersten Phasen der Entwicklung, unbefriedigend.

Der Allgemein- und vor allem der Fachwortschatz war stark von den Kontaktsprachen dominiert. Auch das Fehlen einer stilistischen Variationsbreite war Ursache für Frustration. Zudem machte die lexikalische Armut die Übertragung zahlreicher Werke der Weltliteratur in das Mazedonische häufig unmöglich. Um aus diesem Engpass herauszukommen, d. h. um die Funktionalität der Sprache zu erhöhen, wurde zumeist notgedrungen (und inoffiziell) auf Entlehnungen aus anderen Sprachen zurückgegriffen. So waren literarische und Fachübersetzungen (wie im Falle vieler anderer Sprachen) ein bevorzugter Weg, auf dem zahlreiche anderssprachige Elemente in das Mazedonische gelangten.

Der Prozess als solcher war und wird heute als „Modernisierung” der Sprache wahrgenommen, gilt das Mazedonische doch bei vielen Sprechern14 auch noch heute als viel zu archaisch und ländlich. Diese sog. Modernisierung im Sinne eines konsequenten Bruchs mit der oben skizzierten Krise des Status quo der mazedonischen Sprache ist als natürlich und unabdingbar für das Überleben der Sprache selbst zu verstehen. Denn eine „moderne” Sprache, welche es auch sei, muss eine Sprache sein, die sich stetig an die (sozialen, kulturellen, etc.) Erfordernisse ihrer Epoche anpasst und allen Bedürfnissen ihrer Sprecher gerecht werden kann. Das heißt also, dass eine Sprache, die einen bestimmten Stand an Modernität erreicht hat, ohne Abstriche und jederzeit und für ihre Benutzer alle ihr zugesprochenen Attribute (referenziell, expressiv, phatisch, poetisch und metalinguistisch) erfüllen müsse.15

Schon in den ersten Phasen des systematischen sprachlichen Standardisierungsprozesses ging es vor allem um die Vereinheitlichung der Terminologie, namentlich durch Übernahme und Adaptation fremdsprachiger Muster.

Der mazedonische Wortschatz (v. a. in Kultur, Technik und Wirtschaft) wurde im 19. Jh., vor allem in der zweiten Hälfte, radikal ausgetauscht, namentlich unter dem Einfluss zweier Sprachen, die in dieser Region hohes Prestige genossen: dem Griechischen und dem im Osmanischen Imperium als lingua franca fungierenden Türkischen. Zwischen 1921 und 1941 kam es außerdem zu einer institutionellen „Serbisierung”, als zusammen mit einem Teil des Kosovo (Prizren, Priština) und einem Teil von Serbien (Vranje, Leskovac) das Staatsgebilde mit dem Namen Vardar-Banschaft (Vardarska banovina/Вардарска бановина) mit der Hauptstadt Skopje als Provinz (mit einem gewissen Autonomiestatus) zum Königreich Jugoslawien gehörte. Schließlich wurde während des 2. Weltkrieges, nach dem Austritt aus dem Königreich Jugoslawien im Jahre 1941, Mazedonien zwischen Bulgarien (Ostteil) und dem faschistischen Protektorat Albanien (Westteil mit den Städten Tetovo, Gostivar, Kičevo, Debar und Struga) aufgeteilt.

Die Auswirkungen der wiederholten Versuche einer nationalen und sprachlichen Assimilierung schlagen sich vor allem im allgemeinsprachlichen und fachsprachlichen (sowohl im wissenschaftlichen als auch im volksprachlichen) Wortschatz nieder. Zweifelsohne besteht die beständigste Schicht des aktuellen mazedonischen Wortschatzes aus Wörtern des altslawischen Bestandes (die durch die Beiträge der Gelehrten zu Beginn des 19. Jh. massiv in die Sprache Eingang fanden) und aus dem Kirchenslawischen. Es folgen Wörter aus neueren slawischen Sprachen (Bulgarisch, Serbisch und Russisch) und arabische oder persische Wörter über die Vermittlung des Türkischen. Zudem gibt es zahlreiche Gräzismen und Latinismen infolge des Eindringens verschiedener neulateinischer Sprachen, zumeist über eine oder mehrere Mittlersprachen. Eine Besonderheit des Mazedonischen ist die große Zahl und Gebrauchshäufigkeit von Turzismen, die großenteils zum gemeinsamen balkanischen Bestand gehören. Einige Turzismen besitzen jedoch auch slawische Entsprechungen.

Ferner haben die Sprachwissenschaftler und Sprachpfleger Vorbehalte gegenüber den nichtslawischen, d. h. den neulateinischen und gar den türkischen (!) Elementen, neuerdings auch gegenüber den angelsächsischen, die als Barbarismen eingestuft werden, sofern sie neueren Datums sind. Auch wenn in den letzten Jahren wiederholt ein sprachlicher Purismus zurückgewiesen wurde (heutzutage bezüglich der Anglizismen), üben die Sprachwissenschaftler Zurückhaltung bei der Übernahme von Internationalismen ins Lexikon. Dieser Konservatismus erfährt seine Rechtfertigung in der offiziellen Ideologie Mazedoniens, die stark nationalistisch geprägt ist. Dabei trägt diese Unbeweglichkeit paradoxerweise zur immer stärkeren Abgrenzung von den Sprachen bei, mit denen das Mazedonische häufig identifiziert bzw. verwechselt wird: Bulgarisch und Serbisch – Sprachen, die ihrerseits besonders entlehnungsfreudig sind. Ähnliche konservative Tendenzen, wenn auch wesentlich gemäßigter und weniger systematisch als im Mazedonischen, findet man auch im Kroatischen16 und im Montenegrinischen17.


3 Die neulateinischen Lehnquellen für das Mazedonische18

Im Folgenden werden die Beziehungen des Mazedonischen zu den romanischen Idiomen betrachtet, die zu seinem Allgemein- und Fachsprachwortschatz beigetragen haben: zunächst Aromunisch, Megelnorumänisch und Dakorumänisch (als Quellen für Direktentlehnungen), anschließend Französisch, Italienisch, Spanisch und Portugiesisch (vorwiegend als Quellen für indirekte Entlehnungen).

3.1 Mazedonisch und Aromunisch, Meglenorumänisch und Dakorumänisch

Aromunen und Meglenorumänen, die in der gesamten Region stark verbreitet sind19, waren für die Zivilisation der Halbinsel ein wichtiger ethnischer und sozialer, vor allem aber kultureller Faktor. Insofern ist es nur natürlich, dass die von ihnen gesprochenen Idiome in gewisser Weise die Sprache anderer Bevölkerungen dieses Raumes, das Mazedonische eingeschlossen, beeinflusst haben. Hier ist besonders hervorzuheben, dass alle lexikalischen und terminologischen Einheiten aromunischer oder meglenorumänischer Herkunft im Mazedonischen im Dialektstadium geblieben und geographisch nur sehr begrenzt verbreitet sind (einige Termini oder deren Formen wurden nur in sehr wenigen Orten, wenn nicht gar in einem einzigen, registriert).

Die Walachei, Țara Românească, und später dann (das Königreich und die Republik) Rumänien waren stets ein Raum größtmöglicher Sicherheit und ein Modell religiöser, sozialer und wirtschaftlicher Freiheit für die orthodoxe Bevölkerung Rumeliens und im engeren Sinne Mazedoniens (hier für die Aromunen und Meglenorumänen sowie die slawischen Mazedonier). Daher zog es eine beträchtliche Anzahl der Einwohner dieser Region vor, in Perioden interethnischer Spannungen, religiöser Verfolgung oder wirtschaftlicher Rezession in rumänische Gebiete überzusiedeln, wo sie mitunter für den Rest ihres Lebens sesshaft wurden. Die meisten von ihnen blieben freilich nur für eine bestimmte Zeit in den rumänischen Gebieten, sei es aus politischen, sei es aus wirtschaftlichen Motiven. In der Zwischenkriegszeit wurden zahlreiche Mazedonier vom relativen Wirtschaftsaufschwung im Königreich angelockt, vor allem aus dem städtischen Raum (vor allem Händler, Bauleute, Bäcker und Konditoren). Bei ihrer Rückkehr brachten auch sie rumänische Wörter und Wendungen mit.

3.2 Mazedonisch und Französisch

Der Großteil der Französismen ist über das Türkische in das Bulgarische und Mazedonische gelangt20, während der Zeit, als Mazedonien Teil des Osmanischen Reiches war. Es folgen kurz die wichtigsten Gründe für den großen Einfluss des Französischen auf die Sprachen im Osmanischen Reich, mit denen das Mazedonische interagiert hat.

1. Türkisch

a)Das Osmanische Reich und Frankreich, das seinen Einfluss im Nahen Osten stark verstärkt hatte, pflegte dauerhafte freundschaftliche Beziehungen.
b)Der Einfluss der französischen Kultur wuchs, nachdem Frankreich sich verpflichtet fühlte, sich mit dem Osmanischen Reich gegen den gemeinsamen Feind – das Haus Habsburg – zu verbünden.
c)Die französischen katholischen Missionare agierten (seit Beginn des 16. Jh.) mit voller Unterstützung des Osmanischen Reiches.
d)Das Französische wurde im Osmanischen Reich zum Kommunikationsmittel in der interkommunitären und interethnischen Kommunikation (gegen Ende des 17. Jh.), da die christlichen Gemeinden im Osmanischen Reich keine gemeinsame Sprache besaßen und kein Türkisch verstanden, das als Sprache der Eroberer hinlänglich kompromittiert war.
e)Im gesamten Osmanischen Reich wurde ein prestigeträchtiges Netz französischsprachiger Schulen geschaffen.
f)Die Presse im Osmanischen Reich wurden von Franzosen eingeführt.

Das Ansehen Frankreichs stieg in den Augen der Osmanen signifikant vor allem nach der Einnahme von Sewastopol (im Krimkrieg von 1853–1856) und nach dem Besuch des Sultans Abdul-Aziz bei Napoleon III. anlässlich der Weltausstellung in Paris 1867. Beeindruckt von der Qualität des französischen Bildungswesens, gründete Abdul-Aziz ein Jahr später die École impériale de Galatasaray (türk. Mekteb-i Sultani) nach dem Vorbild der französischen Schule. Mit dem imperialen Dekret (türk.: firman) Tanzimat (‚Reform, Organisierung’) wurde 1839 eine neue Ära politischer und administrativer Reformen nach französischem Vorbild eingeleitet.

2. Bulgarisch

a)Infolge des um 1535/36 zwischen Süleyman I. dem Prächtigen und Franz I. von Frankreich abgeschlossenen Handelsvertrags, der sog. capitulation (türk. ahdname), siedelten sich zahlreiche französische Händler in Bulgarien an.
b)Die bulgarischen Intellektuellen besuchten im gesamten Reich französische Schulen.
c)Ein großer Teil der bulgarischen Eliten wurde in französischen katholischen Kongregationen ausgebildet (2. Hälfte des 19. Jh.).
d)Ein Teil der bulgarischen politischen, kulturellen und Wirtschaftseliten hatte an französischen Universitäten studiert.
e)Die ersten bulgarischen Journalisten wurden im kulturellen und journalistischen Milieu Frankreichs herangebildet.
f)Viele Bulgaren besuchten russische Schulen (wobei das Russische nach 1840 außerordentlich reich an Französismen war).
g)Bulgarische Intellektuelle unterhielten während ihres Exils im Königreich Rumänien (nach 1860) enge Verbindungen zur rumänischen Intellektuellen (mittels der französischen Sprache).

3. Serbisch:

a)Französisch war obligatorisches Zweitfach für die Studenten in Recht und Philosophie (1. Hälfte des 19. Jh.)
b)Während des gesamten 19. Jh. wurde sehr viel aus dem Französischen übersetzt. Die Öffnung hin zur französischen Literatur begann mit der Tätigkeit von Dositej Obradović (Ende des 19. Jh.), später wurden auch sehr viele juristische und wissenschaftliche Texte aus dem Französischen übersetzt (2. Hälfte des 20. Jhs.).
c)Zahlreiche Gallizismen wurden über deutsches Vokabular importiert, das serbische Arbeitskräfte mitbrachten, die mehrere Jahre im deutschsprachigen Raum als Gastarbeiter gearbeitet hatten.

4. Kroatisch:

a)Während der Eingliederung Kroatiens in die Illyrischen Provinzen (1809–1813) wurde Französisch als Bildungs- und Verwaltungssprache eingeführt.21
b)Seit 1876 war Französisch Pflichtfach an den kroatischen Lyzeen und an der Universität Zagreb.

5. Albanisch:

a)Ehemalige Studenten der Sorbonne standen an der Spitze der Bewegung zur politischen Wiedergeburt und kulturellen Wiedererweckung, die mit der Erringung der Unabhängigkeit (1912) ihren Höhepunkt erreichte.
b)Die Republik von Korça (Koritsa, 1916–1920) wurde zum Zentrum der französischen Kultur und Kultur in Albanien.

Somit war das Französische über einen langen Zeitraum den mazedonischen Eliten gut vertraut. In der Periode der osmanischen Besatzung gelangte das Französische in diesen Teil Rumeliens über Thessaloniki und Bitola (alb. ‚Kloster’) – mazedonische Städte, in denen französische Konsulate und Schulen eröffnet wurden. Zahlreiche mazedonische Revolutionäre und Intellektuelle aus der Zeit der Nationalbewegung (zu Beginn des 20. Jh.) hatten Französisch gelernt, in den Schulen des Osmanischen Reiches oder auf Reisen ins Ausland (Russland, Frankreich, Schweiz, etc.). Noch intensiver wurde Französisch in Mazedonien im 1. Weltkrieg gelernt, während der sog. Saloniki-Front gegen Österreich und Deutschland. Diese Tradition wurde in der Zwischenkriegszeit fortgesetzt.

3.3 Mazedonisch und Italienisch

Die Italianismen im Mazedonischen stammen nahezu allesamt aus dem internationalen und/oder balkanischen Wortschatz und sind stets über eine andere Sprache, d. h. Französisch, Deutsch, Bulgarisch, Türkisch, Serbisch (Serbokroatisch), vor allem über Letztere, hierhergelangt. Der kroatische Wortschatz wurde massiv in Dalmatien italianisiert, das bereits seit dem 15. Jh. unter venezianischer Vorherrschaft stand (vor allem Dubrovnik – Republik Ragusa, 1205–1385), und anschließend unter österreichischer Dominanz (19. Jh.). Die große Zahl an Italianismen im Serbischen ist dem kroatischen Einfluss auf das Serbische zu verdanken, v. a. in der Epoche des Serbokroatischen.

3.4 Mazedonisch und Spanisch

In Bezug auf den spanischen Einfluss auf das Mazedonische stammt dieser vor allem aus dem Sephardim (Judenspanisch), vermittelt über die o. g. Sprachen. Bekanntlich ließ sich ein Teil der aus Spanien (1492) und Portugal (1496) vertriebenen Juden in der Levante und auf der Balkanhalbinsel nieder. So lebten 1905 in Konstantinopel ca. 50’000, in Thessaloniki ca. 75’000, in Adrianopol (Edirne) ca. 17’000 und in Bitola ca. 6’000 Juden (cf. Sandfeld 1968). Diese blieben bis zu den Balkankriegen auf der Halbinsel.

3.5 Mazedonisch und Portugiesisch

Aus dem Portugiesischen gelangten lexikalische Elemente und Termini, die wesentlich „exotischer” und auch wesentlich seltener als andere romanische Entlehnungen waren, ausschließlich über die Vermittlung einer anderen Sprache bzw. als Buchwörter ins Mazedonische.


4 Einige statistische Angaben

Auf der Grundlage der in der Bibliographie angeführten Quellen wurde ein Inventar mazedonischer Wörter und Termini mit Ursprung in einer oder mehreren romanischen Sprachen erstellt. Mit dem Vorbehalt, dass die Angaben relativ sind und lediglich ein oberflächliches Bild von der quantitativen Verteilung des romanischen Elements im Allgemein- und Fachwortschatz des Mazedonischen geben, gestaltet sich die Statistik wie folgt:22

1.Wörter/Termini aus dem Rumänischen (Aromunisch, Meglenorumänisch, Dakorumänisch): 236 Einheiten (113 Lemmata, 123 Derivate)
2.Wörter/Termini aus dem Französischen: 3’100 Einheiten (2’276 Lemmata, 824 Derivate)
3.Wörter/Termini aus dem Italienischen: 1’250 Einheiten (681 Lemmata, 569 Derivate)
4.Wörter/Termini aus dem Spanischen: 116 Einheiten (72 Lemmata, 44 Derivate)
5.Wörter/Termini aus dem Portugiesischen: 39 Einheiten (21 Lemmata, 18 Derivate)

5 Inventar

Die lexikalischen Einheiten romanischer Herkunft wurden in 24 semantische Klassen eingeordnet, die sehr breit angelegt sind und sich mitunter überschneiden. Neben dem mazedonischen Wort/Terminus und dem als Quelle betrachteten Wort werden in der ausführlichen Darstellung weiterhin erwähnt:

a)identische bzw. ähnliche Formen (sofern vorhanden) in weiteren Sprachen der Region;
b)Derivate der neulateinischen Entlehnungen auf dem mazedonischem Sprachgebiet;
c)eventuelle Synonyme/Entsprechungen der betrachteten Einheiten.

In der vorliegenden Darlegung werden nur wenige Belege aus diesem Korpus aufgeführt, genauer: für jede semantische Klasse jeweils ein Beispiel aus jeder Quellen-/Herkunftssprache.

1. Verschiedene Eigenschaften:

-Frz.:  егоизам (sg. tant.) ‚Egoismus’ < frz. égoïsme; Syn.: себичност (Георгиев et al. 1971; Видоески et al. 1986; Конески 1986a; Миќуновиќ 1999; Конески 2003; Вујаклија 1992; Алексоска-Чкатроска 2010).
-It.: грандиозен ‚grandios’ < it. grandioso; cf. bulg. грандиозен, frz. grandiose; Subst. грандиозност, грандоман, грандоманија, Adj. грандомански; Syn. величествен (Конески 1986a; Конески 2003; Видоески et al. 1986; Миќуновиќ 1999; Георгиев et al. 1971; Алексоска-Чкатроска 2010).
-Span.: донкихотсво‚Donquichotismus’ < span. Don Quijote (de la Mancha); Adj. донкнихотски, Subst. доннкихотштина, донкихотизам (Вујаклија 1992; Конески 2003; Алексоска-Чкатроска 2010).

2. Appelativa (Grade/Sozialbeziehungen, Beinamen):

-Ar.: нун (fem. нуна) – нунко (Pl. нунковци) – нумко (Pl. нумковци, fem. нумка) ‚Hochzeitspatin/-patin’ < ar. nun; cf. bulg. нунко (fem.нунка) < rum., skr. njuko (fem. njuna) – dundo (fem. dunda) – dondo (fem. donda) – metaph. ‚dickes Mädchen’, gl. Bed. maz. дунда ‚beleibte, dicke Frau’; Adj. дундест ‚dick’, ‚beleibt’, ‚groß’; alb. nun, ngr. νουνός ‚Pate’, Syn. кум (Настев 1988; Atanasov 1993; Алексоска-Чкатроска 2010; DEX 2004–2017).
-Frz.: визионер (fem. визионерка) ‚Visionär’ < frz. visionnaire; Adj. визионерски, Adv. визионерство (Видоески et al. 1986; Конески 1986a; Вујаклија 1992; Миќуновиќ 1999; Конески 2003).
-It.: папараци ‚Paparazzi’ < it. paparazzi, nach skr. paparaco; auch: папарако (Вујаклија 1992; Миќуновиќ 1999; Алексоска-Чкатроска 2010).
-Span.: канибал ‚Kannibale’ < span. canibal; Adj. канибалски, Subst. канибализам (Конески 1986a; Вујаклија 1992; Миќуновиќ 1999; Алексоска-Чкатроска 2010).
-Port.: мандарин ‚Mandarin’ < port. mandarin; cf. frz. mandarin, dt. Mandarin (Георгиев et al. 1971; Конески 1986a; Вујаклија 1992; Алексоска-Чкатроска 2010).

3. Allgemeine Terminologie (undifferenziert):

-Ar.: кација (Pl. кации) ‚Kohlenschaufel’, ‚Schürhaken’ < ar./megl. cățiiă; Dim. v. cață ‚langer Stock mit Haken am Ende, mit dem die Hirten Schafe einfangen’; cf. ngr. katsi, alban. katsikatsie (Конески 1986b; Atanasov 1993; Алексоска-Чкатроска 2010; DEX 2004–2017).
-Frz.: ниво (Pl. нивоа) ‚Niveau’, ‚Stufe’ < frz. niveau; Syn. степен (Skok 1971; Franolic 1976; Конески 1986).
-It.: багатела ‚Nichtigkeit’, ‚Bagatelle’ < it. bagattella; cf. skr. bagatela, bulg. багатела,багатели, багатери; Adj. багателен, V. багателуизира (Георгиев et al. 1971; Видоески et al. 1986; Конески 1986a; Миќуновиќ 1999; Конески 2003; Алексоска-Чкатроска 2010).
-Span.: ласо ‚Lasso’ < span. lazo; cf. bulg. ласо, frz. lasso, dt. Lasso (Георгиев et al. 1971; Видоески et al. 1986; Миќуновиќ 1999; Алексоска-Чкатроска 2010).
-Port.: каста (Pl. -и) ‚Kaste’ < port. casta, nach bulg. каста, dt. Kaste; Adj. кастовски (Георгиев et al. 1971; Видоески et al. 1986; Конески 1986a; Алексоска-Чкатроска 2010).

4. Architektur, Urbanisierung, Raumordnung:

-Frz.: колонада ‚Kollonade’ < frz. colonnade (Георгиев et al. 1971; Видоески et al. 1986; Конески 1986a; Вујаклија 1992; Миќуновиќ 1999).
-It.: корзо ‚Korso’, ‚Promenade’ < it. corso; V. корзира (се) ‚flanieren’, Subst. корзирање ‚Promenade’, ‚Bummel’, Syn. прошетка (Георгиев et al. 1971; Видоески et al. 1986; Конески 1986a; Цветковски 1988; Алексоска-Чкатроска 2010).
-Span.: хациенда ‚Hazienda’ < span. hacienda (Вујаклија 1992; Миќуновиќ 1999; Алексоска-Чкатроска 2010).
-Port.: фавела ‚Favela’ < bras. port. favela, favella (Вујаклија 1992; Миќуновиќ 1999; Алексоска-Чкатроска 2010).

5. Haus und Einrichtung:

-Ar.: маса ‚Tisch’ < ar. masă measă, megl. measă; Dimin. масиче, масичка; cf. bulg. маса, türk. masa < rum. (Sandfeld 1968; Конески 1986a; Конески 1986b; Настев 1988; Atanasov 1993; Алексоска-Чкатроска 2010; DEX 2004–2017).
-Frz.: плакар ‚Wandschrank’ < frz. placard (Видоески et al. 1986; Конески 1986a; Миќуновиќ 1999).
-It.: лустер ‚Lüster’ < it. lustro; cf. dt. Lüster, bulg. лустер (Георгиев et al. 1971; Видоески et al. 1986; Конески 1986a; Миќуновиќ 1999; Алексоска-Чкатроска 2010).

6. Textilien und Mode:

-Ar.: тестемел ‚Halstuch’, ‚Schärpe’ < ar. testemeletistimeledistimele; cf. bulg. тестемел, türk. destemaldestimal ‚Handtuch’, ngr. ντεστεμέλι, alb. testemal; Syn. крпа (Настев 1988; Алексоска-Чкатроска 2010; DEX 2004–2017).
-Frz.: шик ‚chic’ < frz. chic; Syn. елегантен, елегантно (Видоески et al. 1986; Конески 1986a; Вујаклија 1992; Миќуновиќ 1999).
-It.: сако (Pl. сакоа) ‚Sakko’ < it. sacco, über dt. Sakko, cf. skr. sako, bulg. сако, rum. sacou (Георгиев et al. 1971; Видоески et al. 1986; Конески 1986a; Миќуновиќ 1999).
-Span.: болеро ‚Bolerojäckchen’ < span. bolero (Миќуновиќ 1999; Алексоска-Чкатроска 2010).

7. Recht und Verwaltung:

-Frz.: досие ‚Akte’, ‚Aktenordner’ (Pl. досиеја) < frz. dossier (Георгиев et al. 1971; Franolic 1976; Видоески et al. 1986; Конески 1986a; Миќуновиќ 1999; Конески 2003; Алексоска-Чкатроска 2010).
-It.: статистика ‚Statistik’ < it. statistica; Subst. статистичар (fem. статистичарка) (Видоески et al. 1986; Конески 1986a; Миќуновиќ 1999; Алексоска-Чкатроска 2010).
-Span.: хунта ‚Junta’ < span. junta (Видоески et al. 1986; Конески 1986a; Вујаклија 1992; Миќуновиќ 1999; Алексоска-Чкатроска 2010).
-Port.: автодафе ‚Autodafé’ < port. auto da fé, nach bulg. аутодафе < rus. аутодафе, dt. Autodafe, frz. autodafé (Вујаклија 1992; Миќуновиќ 1999; Алексоска-Чкатроска 2010).

8. Wirtschaft und Finanzen:

-Frz.: валоризира ‚aufwerten’ < frz. valoriser (Видоески et al. 1986; Конески 1986a; Алексоска-Чкатроска 2010).
-It.: трафика (Pl. -и) ‚Zeitungskiosk’ < österr. Trafik < frz. trafic < it. traffico (Видоески et al. 1986; Конески 1986a; Миќуновиќ 1999; Алексоска-Чкатроска 2010).
-Span.: ембарго (Sgt.) ‚Embargo’ < span. embargo (Видоески et al. 1986; Конески 1986a; Конески 2003; Вујаклија 1992; Миќуновиќ 1999; Алексоска-Чкатроска 2010).
-Port.: компрадор ‚(chinesischer) Vermittler bei Finanzgeschäften zwischen China und Europa’ < port. comprador (Вујаклија 1992; Миќуновиќ 1999; Алексоска-Чкатроска 2010).

9. Politik:

-Frz.: партија (Pl. партијаии) ‚Partei’ < frz. parti/frz. partie 1. ‚politische Partei’ 2. ‚Gruppe Gleichgesinnter’, 3. ‚Stimme (in einer Komposition/im Ensemble/im Orchester)’ 4. ‚sportlicher Wettstreit/Begegnung’ (= ‚Spiel’, ‚Partie’), 5. ‚gute Partie’ (lukrative Heirat; lukrative(r) Heiratskandidat(in), 6. ‚Partie’ (Handel) ‚Menge an auf einmal ver-/gekauften Waren’, 7. ‚Buchführungsmethode’, 8. ‚Thema’, ‚Gegenstand’ (Bildung); Subst. партиец (fem. партијка) ‚Parteimitglied/-aktivist’, Subst. непартиец ‚Nichtparteimitglied’, Subst. вонпартинец ‚Nichtparteimitglied’, Adj. партиски/ вонпартиски, Adj. партен ‚parteigemäß/im Sinne der (kommunistischen) Partei’, вонпартен ‚unparteigemäß/nicht im Sinne der (kommunistischen) Partei’, Adj. еднопартиски‚ ‚nicht im Sinne der (kommunistischen) Partei’; партизација ‚Spaltung der Gesellschaft in politische Lager’ (Георгиев et al. 1971; Franolic 1976; Видоески et al. 1986; Конески 1986a; Миќуновиќ 1999; Алексоска-Чкатроска 2010).

10. Militär:

-Frz.: контраофанзива ‚Gegenoffensive’ < frz. contre-offensive (Видоески et al. 1986; Конески 1986a; Миќуновиќ 1999).
-It.: карбонари ‚Karbonari’ < it. carbonari (Plt.), über bulg. карбонар (Георгиев et al. 1971; Конески 1986a; Алексоска-Чкатроска 2010).
-Span.: герила (Sgt.) ‚Guerilla’ < span. guerilla; Adj. герилски, Subst. герилец (Видоески et al. 1986; Конески 1986a; Конески 2003; Вујаклија 1992; Миќуновиќ 1999; Алексоска-Чкатроска 2010).
-Port.: командоси ‚Kommando’ < port. comando, über engl. commando; Adj. коман-доскиот (Вујаклија 1992; Миќуновиќ 1999; Алексоска-Чкатроска 2010).

11. Technik:

-Frz.: автобус ‚Autobus’ < frz. autobuz, Adj. автобуски (Видоески et al. 1986; Конески 1986a; Миќуновиќ 1999; Конески 2003; Алексоска-Чкатроска 2010).
-It.: бандера (Pl. -и) ‚(Telegrafen)mast’ < it. bandiera, über türk. bandera ‚(Telegrafen)mast’; cf. bulg. бандера, rum. bandieră ‚ 1. ‚Fahne einer Armee, einer militärischen Einheit’, 2. ‚Fahne eines Vereins, einer Gesellschaft, einer Verbindung’ (Георгиев e  al. 1971; Видоески et al. 1986; Конески 1986a; Миќуновиќ 1999; Конески 2003; Алексоска-Чкатроска 2010).
-Port.: каравела (Pl. -и) ‚Karavelle’ < port. caravela, über skr. karavelja (Миќуновиќ 1999; Алексоска-Чкатроска 2010).

12. Medizin:

-Frz.: акушер (fem. aкушерка, Pl.акушери ‚Gynäkologe’, ‚Geburtshelfer’ < frz. accoucheur; Adj. акушерски, Subst. акушерство (Георгиев et al. 1971; Franolic 1976; Видоески et al. 1986; Конески 1986a; Миќуновиќ 1999; Конески 2003; Алексоска-Чкатроска 2010).
-It.: балсам ‚Balsam’ < it. balsamo ; cf. bulg. балсам, rum. balsam; V. балсамира, Subst. балсанирање (Георгиев et al. 1971; Конески 1986a; Алексоска-Чкатроска 2010).
-Span.: албинизам (Sgt.) ‚Albinismus’ < span. albino (Вујаклија 1992; Миќуновиќ 1999; Конески 2003; Алексоска-Чкатроска 2010).

13. Chemie, Physik:

-Frz.: казеин „caseină/cazeină” < frz. caséine (Георгиев et al. 1971; Видоески et al. 1986; Конески 1986a; Алексоска-Чкатроска 2010).
-It.: галванизација 1. ‚Galvanisierung’ 2. ‚Stromtherapie’; < it. galvanizzare; cf. frz. galvanisation (Георгиев et al. 1971; Видоески et al. 1986; Конески 1986a; Вујаклија 1992; Миќуновиќ 1999; Алексоска-Чкатроска 2010).

14. Botanik, Zoologie:

-Ar.: пиле ‚Junges’, ‚Küken’ < ar./megl. pil’, ar. pu(i)l’u, megl. pul’u – Lehnübers. aus dem Ar., auch ‚Vogel’; cf. alb. puljë (Atanasov 1993; Алексоска-Чкатроска 2010; DEX 2004–2017).
-Frz.: виолетка ‚Veilchen’ < frz. violette (Конески 1986a; Миќуновиќ 1999).
-It.: агруми (Plt.) ‚Zitrusfrüchte’ (gener.) < it. agrumi, agrume (Миќуновиќ 1999; Конески 2003; Алексоска-Чкатроска 2010).
-Span.: пума (Pl. -и) ‚Puma’ < span. puma (Вујаклија 1992; Миќуновиќ 1999; Алексоска-Чкатроска 2010).
-Port.: пирана ‚Piranha’ < bras. port. piranha (Вујаклија 1992; Алексоска-Чкатроска 2010).

15. Geographie, Geologie, Meteorologie:

-Ar.: валог (Pl. валози) 1. ‚Tal’ 2. ‚fruchtbares Gebirgstal’ 3. ‚Tal zwischen zwei Hügeln’ 4. ‚langgestreckter Hang’ < rum./ar. vale; megl. vali; cf. bulg. валог < rum., skr. vala (Георгиев et al. 1971; Конески 1986b; Видоески 1999; Конески 2003; Алексоска-Чкатроска 2010; DEX 2004–2017).
-It.: креда ‚Kreide’ < it. creda, über skr. kreda = kreta (Видоески et al. 1986; Конески 1986a; Миќуновиќ 1999; Алексоска-Чкатроска 2010).
-Span.: савана ‚Savanne’ < span. çavana, zabana, sabana; Adj. савански (Видоески et al. 1986; Вујаклија 1992; Миќуновиќ 1999; Алексоска-Чкатроска 2010).

16. Linguistik und Literatur:

-Frz.: каламбур ‚Wortspiel’, ‚Kalauer’ < frz. calembour (Георгиев et al. 1971; Franolic 1976; Видоески et al. 1986; Конески 1986a; Миќуновиќ 1999).
-It.: сторија (Pl. -ии) ‚Erzählung’, ‚Geschichte’ < it. storia; Syn. случување, расказ, животопис (Видоески et al. 1986; Конески 1986a; Миќуновиќ 1999; Вујаклија 1992).
-Span.: палавра ‚Lüge’, ‚Scherz’ < judensp. palabra; über türk. palavra; cf. bulg. palavra, rum. palavră (Георгиев et al. 1971; Конески 1986a; Алексоска-Чкатроска 2010).

17. Politische, wissenschaftliche, künstlerische Strömungen:

-Frz.: комунизам ‚Kommunismus’ < frz. communisme (Георгиев et al. 1971; Видоески et al. 1986; Конески 1986a; Миќуновиќ 1999).
-Port.: барок (Sgt.) ‚Barock’ < port. barroco, evt. aus frz. baroque; Adj. барокен, Adv. барокно, барочно (Видоески et al. 1986; Конески 1986a; Вујаклија 1992; Конески 2003; Миќуновиќ 1999; Алексоска-Чкатроска 2010).

18. Freizeit:

-Frz.: пикник (Pl. пикници) ‚Picknick’ < frz. pique-nique (Видоески et al. 1986; Конески 1986a; Вујаклија 1992; Алексоска-Чкатроска 2010).
-It.: конфети ‚Konfetti’, ‚Papierschnipsel’ < it. confetti (Георгиев et al. 1971; Цветковски 1988; Видоески et al. 1986; Конески 1986a; Миќуновиќ 1999; Алексоска-Чкатроска 2010).
-Span.: болеро ‚Boléro’ (Tanz), ‚Musikstück’ < span. bolero (Миќуновиќ 1999; Алексоска-Чкатроска 2010).
-Port.: самба ‚Samba’, (populärer brasilianischer Tanz und dessen Melodie) < port. samba (Видоески et al. 1986; Конески 1986a; Вујаклија 1992; Миќуновиќ 1999; Алексоска-Чкатроска 2010).

19. Kunst:

-Frz.: долгометражен ‚abendfüllernder Film’ < frz. long métrageкраткометражен ‚Kurzfilm’ < frz. court métrageсреднометражен ‚Mittellangfilm’ (30–59 min.) < frz. moyen métrage (Skok 1971; Конески 1986a; Алексоска-Чкатроска 2010).
-It.: примадона ‚Primadonna’ < it. prima donna; cf. skr. примадона, rum. primadonă, dt. Primadonna, fr. prima donna (Георгиев et al. 1971; Алексоска-Чкатроска 2010).
-Span.: гитара (Pl. -и) ‚Gitarre’ < span. guitarra; Subst. гитарист, Adj. гитаристи (Видоески et al. 1986; Конески 1986a; Вујаклија 1992; Миќуновиќ 1999; Конески 2003; Алексоска-Чкатроска 2010).

20. Gastronomie:

-Ar.: мака ‚Essen indem man Brot ins Essen einweicht’ < ar. măcă, megl. măncari; Ableitung макање (N. actionis) (Sandfeld 1968; Видоески et al. 1986; Конески 1986b; Atanasov 1993; Алексоска-Чкатроска 2010).
-Frz.: помфрит ‚Pommes frites’ < frz. pomme frite , über skr. pomfrit (Миќуновиќ 1999; Алексоска-Чкатроска 2010).
-It.: манџа (Pl. -и) ‚(Kartoffel)speise’ < it. mangia, mangiare, über türk. manca; cf. bulg. манджа, skr. mandža (Георгиев et al. 1971; Видоески et al. 1986; Конески 1986a; Миќуновиќ 1999; Алексоска-Чкатроска 2010).
-Span.: пандишпан ‚Biskuittorte’ < judenspan. Pan di Spana; Var. (Bitola-Sephardim): пандиспања (Конески 1986a; Георгиев et al. 1971; Алексоска-Чкатроска 2010)
-Port.: порто ‚Portwein’ < port. Porto (Вујаклија 1992; Миќуновиќ 1999; Алексоска-Чкатроска 2010).

21. Behältnisse und deren Inhalt:

-Ar.: чутурачотра ‚Holzeimer’ (für Wasser, Wein etc.) < ar. čiuturăciutră megl. ciutură; Dimin. чутурицачутурче; Variante: читура ‚Getreidmaß aus Holz’ cf. bulg. чотурачутурачотра, skr. čuturačuturica (Dimin.), slv. čutara, türk. çotura, alb. çotrëçuturë; ähnl. чиотра ‚Tonkrug’ (Skok 1971; Јашар-Настева 1972; Конески 1986b; Настев 1988; Алексоска-Чкатроска 2010; DEX 2004–2017).
-It.: бокал ‚Pokal’ < it. boccale; Subst. Dimin. бокалче (Pl. бокалчиња) (Видоески et al. 1986; Конески 1986a; Алексоска-Чкатроска 2010).

22. Hirtenwesen:

-Ar.: карлуккрликкарликкрл’уга ‚Hirtenstab mit hakenförmiger Spitze’ < ar./megl. cărlig; cf. bulg. karlik ‚Haken’ < rum. (Јашар-Настева 1972; Настев 1988; Алексоска-Чкатроска 2010; DEX 2004–2017).

23. menschliche Körperteile:

-Ar.: лимба ‚Haarlocke’, ‚Haarkringel’ < ar./megl. limbă; cf. bulg. лимба; Syn. кадрица (Видоески et al. 1986; Конески 1986b; Настев 1988; Atanasov 1993; Алексоска-Чкатроска 2010; DEX 2004–2017).

24. Redewendungen:

-Frz.: ларпурлартизам ‚L’art pour l’art’ < frz. l’art pour l’art (Вујаклија 1992, Миќуновиќ 1999; Алексоска-Чкатроска 2010).
-It.: браво ‚Bravo’ < it. bravo; cf. frz. bravo (Георгиев et al. 1971; Конески 1986a; Миќуновиќ 1999; Конески 2003; Алексоска-Чкатроска 2010).
-Span.: но пасаран < span. ¡No pasarán! (Slogan der Partisanen im spanischen Bürgerkrieg 1936–1939) (Миќуновиќ 1999; Вујаклија 1992; Алексоска-Чкатроска 2010).

6 Schlussfolgerungen

Unter streng funktionalem Aspekt ist zwischen Entlehnungen aus dem Rumänischen (Dakorumänisch, Aromunisch, Meglenorumänisch) und solchen aus anderen romanischen Sprachen zu unterscheiden.

Alle Entlehnungen aus dem Rumänischen (darunter auch die wenigen aus dem Dakorumänischen: мерде – ‚Bewertungsstufe in der Geheimsprache der Schumacher’23 in Kriva Palanka24; бранзабранџа ‚Käse’ лингура ‚Löffel’ пруја ‚Pflaume’ in der Geheimsprache der Maurer25 in derselben Region) sind Direktentlehnungen und decken neue Bedeutungen ab, d. h. sie wurden ins Mazedonische eingeführt, um lexikalische Lücken zu füllen (Bedürfnislehnwörter).

Alle aus dem Aromunischen/Meglenorumänischen (das Mazedonische unterscheidet nicht zwischen den beiden süddanubischen rumänischen Dialekten) entlehnten Einheiten sind Dialektalismen und häufig Archaismen mit sehr begrenzter geographischer Verbreitung; einige Termini oder Formen sind lediglich auf wenige, wenn nicht gar auf eine einzige Ortschaft beschränkt. Die meisten Einheiten dieser Kategorie stehen in engem Zusammenhang mit dem archaischen Landleben und stammen aus den Tätigkeitsbereichen der Aromunen/Meglenorumänen aus früheren Zeiten, wie Weidewirtschaft und Ackerbau. Die Produktivität dieser Einheiten (für Ableitungen) ist relativ begrenzt. Außer einzelnen Beispielen (фурнаџија ‚Bäcker’ < фурна – Subst. N. agentis – макање ‚beim Essen Brot im Essen einweichen’ – Subst. N. actionis < мака – Verb; мамалигар (Mais)breifresser’ Subst. N. agentis < мамалига ‚(Mais)brei’, ‚Polenta’) sind die abgeleiteten Substantive und Adjektive sämtlich Diminutiva. Die Zahl dieser Ableitungen lässt sich sogar noch weiter reduzieren, denn

a.einige Substantive sind nur allomorph, d. h. es handelt sich um ein Substantiv mit verschiedenen Genusformen (гунак – m., гуња – f., гунче – n. 1. ‚Pelz’, 2. ‚langes bäuerliches Kleidungsstück aus grobem Wolltuch’;
b.einige Substantive sind lediglich Allophone ein und desselben Substantivs (фурнаџијавурнаџија – s. o.);
c.zahlreiche Substantive sind ausschließlich Diminutivableitungen, mitunter sogar Diminutiva von Diminutiven, also Diminutiva 2. Grades (букле – Diminutiv 1. Grades, букленце – Dimin. 2. Grades <букла ‚Holzegefäß zur Aufbewahrung von Trinkwasser oder Wein’; масиче – Dimin. 1. Grades, масичка – Dimin. 2. Grades < маса ‚Tisch’).

Unter dem Aspekt der stilistischen Variation (die, wie weiter oben gezeigt wurde, im Mazedonischen nur sehr begrenzt ist) sind lexikalischen Einheiten dieser Kategorie freilich nicht ganz unbedeutend.

Die Entlehnungen aus dem Französischen, Italienischen, Spanischen und Portugiesischen sind bis auf sehr wenige (bei Übersetzungen als Buchwörter übernommenen) Ausnahmen indirekt über das Türkische, Griechische, Bulgarische, Serbische oder Albanische ins Mazedonische gelangt, wobei es schwierig ist, genau festzustellen, über welche Sprache dies im einzelnen geschehen ist, wenn dies nicht sogar gleichzeitig über zwei oder mehr Sprachen erfolgt ist. Hierzu gehören sowohl Bedürfnislehnwörter (die Mehrzahl und deren Ableitungen) als auch sog. Luxuslehnwörter, die im gehobenen Register mit stilistischen Intentionen gebraucht werden. Mitunter besitzen einige von ihnen ein Äquivalent im Mazedonischen.

Die romanischen Lehnwörter, mit Ausnahme der rumänischen, ergänzen und bereichern den traditionellen lexikalischen Bestand des Mazedonischen um frische Inhalte und feinere Nuancen, was zu einer Erhöhung seiner Funktionalität führt und ihm zugleich einen modernen Touch verleiht, vor allem als Gegengewicht zum großen Bestand an Turzismen. Dabei werden bei den terminologischen Einheiten die Internationalismen favorisiert.26

Unabhängig von ihrer Quelle sind die meisten älteren Entlehnungen aus den romanischen Sprachen im Mazedonischen und vor allem deren zahlreiche Ableitungen so gut an das phonetisch-phonologische (v. a. durch die Zwänge ihrer Transliteration ins kyrillische Alphabet), morphologische (auch wegen des maz. enklitischen Artikels) und syntaktische System der mazedonischen Sprache angepasst, dass sie nur äußerst selten Fremdheit konnotieren. Die formalen Schwankungen sind gering, was als weiterer Beleg für die gute Assimilierung der Lehnwörter ins Mazedonischen gelten kann. Abweichungen sind selten und aleatorisch (апропо = а пропо ‚apropos’, резонанс = резонанција ‚Resonanz’ релеј = реле ‚Relais’).

Die wichtigste Schlussfolgerung aus der Betrachtung der romanischen Entlehnungen im Mazedonischen ist freilich lexikographischer Natur. Denn wie aus den o. a. Beispielen ersichtlich, dürfte eine größere wissenschaftliche Strenge zu einer drastischen Relativierung führen:

1.Sehr viele Einheiten dieser Klasse haben die selbe (und/oder eine sehr ähnliche) Form wie auch die selbe (und/oder eine sehr ähnliche) Bedeutung im Bulgarischen, einer Sprache, von der sich das Mazedonische vor dem 2. Weltkrieg nicht allzu stark unterschied; dies gilt auch für das Serbische (bzw. Serbokroatische). Die mazedonischen lexikographischen Arbeiten zu dieser Problematik klammern diesen Aspekt freilich systematisch aus und postulieren gewissermaßen neutral eine Art Gleichwertigkeit zwischen den beiden und weiteren Sprachen, mit denen das Mazedonische in Kontakt war, wie Türkisch und Neugriechisch (sehr selten bzw. überhaupt nicht Albanisch). Paradoxerweise scheint in den konsultierten Arbeiten eine gewisse Tendenz der Überbewertung des romanischen Lexembestands im Mazedonischen durch, mit dem unterschwelligen Ziel einer möglichst klaren Abgrenzung von den Nachbarsprachen, mit denen es verwandt und denen es sehr ähnlich ist. Dieser Aspekt wurde in einer Diskussion in einem Sozialen Netz in Mazedonien von einem Laien auf den Punkt gebracht: „[m]it solchen [aus den neulateinischen Sprachen], ‚entlehnten’ Wörtern, also Neologismen in unserer Sprache, versuchen wir, uns so weit wie möglich von den unserer Sprache ähnlichen [Sprachen], Bulgarisch und Serbisch, zu entfernen”27 (Кајгана 2015; Übers. von S. K.).
2.Fast alle inventarisierten Lexien haben identische oder absolut vergleichbare Korrespondenten in allen anderen Sprachen, mit denen das Mazedonische über lange Zeit in Kontakt war: Türkisch, Neugriechisch, Serbisch und Albanisch. Die romanischen Quellen bei einigen Lexien erscheinen mitunter willkürlich ausgewählt; die verschlungenen Wege dieser Einheiten durch die Geschichte bleiben eher im Dunkeln, unter dem Vorzeichen der Unsicherheit. Mangels eindeutiger Belege kann nicht immer sicher von einer französischen, italienischen etc. Herkunft dieser Lexien ausgegangen werden. Die konstatierte Identität oder Ähnlichkeit kann vielmehr das Ergebnis simultaner, identischer oder reziproker (Kreuz-)Entlehnungen28 sein, was sehr leicht mit dem Zusammenleben der Sprecher dieser Sprachen in einem gemeinsamen Raum zu erklären ist.29 Folglich scheint es da, wo sich solche Übereinstimmungen abzeichnen, umsichtiger, d. h. wissenschaftlicher, sich auf die ältere Idee des „Balkansprachbundes”30 zu besinnen, und nicht von Abstammung zu sprechen, sondern vielmehr von „Konvergenz genetisch verwandter Sprachen”31 in einem gemeinsamen geographischen und historisch-kulturellen Raum.

Literatur

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Миќуновиќ, Љубо (19992): Современ лексикон на странски зборови и изрази, Штип: Венеција [1. Aufl. 1990].

Попис на населението, домаќинствата и становите (2002), Книга X: Вкупно население, домаќинства и станови – дефинитивни податоци по населени места – Вкупно население според изјаснувањето за националната припадност, мајчиниот јазик и вероисповедта, 2002 (Датум на издавање: 05.05.2004). Скопје, Државниот завод за статистика: 198–333.

Правопис на македонскиот јазик (2015). Скопје: Институтот за македонски јазик „Крсте Мисирков”.

Настев, Божидар (1988): Аромански студии. Прилози кон балканистиката. Скопје: Огледало.

Спасов, Људмил (2007): «Периодизација на историјата на македонскиот писмен јазик и неговата стандардизација во дваесеттиот век». In: Филолошки студии 1, (f. e. ): 229–235.

Ставровска, Елена (2013): „Ристовски: Не сум среќен што од Македонија се иселиле 230 000 граѓани“. Алфа ТВ. www.alfa.mk/News.aspx?ID=56125#.Wfmegjfg_fZ [01.11.2017].

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Anmerkungen

* Übersetzung aus dem Rumänischen: Sabine Krause, Leipzig. zurück

1 Eine ausführliche Darstellung und eine umfassende Bibliographie findet sich in Mladin (2012). zurück

2 Ursprünglich war das Mazedonische tatsächlich eine Variante des im Süden des Balkangebirges und östlich des Rilagebirges gesprochenen bulgarischen Dialekts (A-Dialekt). Dies erklärt auch die Unterschiede zum Bulgarischen, dessen Literatursprache auf den ostbulgarischen Dialekten und Mundarten basiert (in der Nähe des Schwarzen Meeres) und nicht auf den westbulgarischen Dialekten (um Sofia). zurück

3 Das Mazedonische ist, vor allem im Wortschatz, dem ekavischen Dialekt sehr nahe, auf der Basis des gemeinsamen Sprachbestandes, was übrigends charakteristisch für die südslawischen Sprachen insgesamt ist (so ist die Grundlage für die serbische Literatursprache der stokawische Dialekt). zurück

4 Zu einigen Aspekten dieser Problematik (cf. Sériot 1997). zurück

5 Exemplarisch für diese Ideologie ist der Ansatz von Krste Misirkov (bg. Кръстьо Петков Мисирков, mazed. Крсте Петков Мисирков; 1874–1926), slawophiler Philologe, Historiker, Ethnograph, Verfasser eines Werkes zum Mazedonischen (За македонцките работи, Sofia, 1903), Herausgeber einer Zeitschrift und Verfasser zahlreicher Aufsätze in mazedonischer Sprache, in denen er zum ersten Mal die Prinzipien der mazedonischen Literatursprache (als einer vom Bulgarischen verschiedenen Sprache) skizziert, gleichzeitig freilich sehr unsicher und widersprüchlich (so wie er selbst bezüglich seiner eigenen Identität schwankte) von der Existenz eines mazedonischen Volkes (im Unterschied zum bulgarischen Volk) spricht, indem er mal von Mazedoniern, mal von  Bulgaren oder auch von mazedonischen Bulgaren spricht. Das Institut für Mazedonische Sprache in Skopje trägt seinen Namen. zurück

6 Die Periodisierung der Herausbildung der mazedonischen Sprache wird von mazedonischen Sprachwissenschaftlern selber (Конески 1986a: 7–17; Спасов 2007: 231) folgendermaßen beschrieben: 1. die Kanonische Periode (9.–11. Jh.); 2. die Periode der Texte in der mazedonischen Variante des Kirchenslawischen (12.–13. Jh.); 3. die Periode der gemischten Texte in der mazedonischen und serbischen Variante des Kirchenslawischen (14.–18. Jh.), 4. die Anfänge der mazedonischen Literatursprache („Damaskus-Texte” – Sammlungen geistlicher Texte mit literarischem Wert, die in Kirchenslawisch mit volkssprachlichen Elementen verfasst waren, 16. Jh.); 5. der Einfluss der russischen Variante des Kirchenslawischen und der russischen Textkonventionen (18. Jh.); 6. die Koexistenz zweier schriftsprachlicher Varianten: der sog. „niedrigen” (auf der Vernakulärsprache basierenden) und einer „gehobenen” (auf dem Kirchenslawischen basierenden) Variante (1. Hälfte des 19. Jh.); 7. Diskussionen zu Beschaffenheit und Grundlagen der modernen mazedonischen Sprache (2. Hälfte des 19. Jh.), 8. erster Standardisierungsversuch des modernen Mazedonisch (mit dem Erscheinen von Krste Misirkovs, За македонц-ките работи – s. o.); 9. die endgültige Standardisierung des modernen Mazedonisch auf Initiative des Antifaschistischen Rats der Volksbefreiung Mazedoniens – maz. Антифишистичко Собрание на Народното Ослободување на Македонија): Mazedonisch wird zur offiziellen Staatsprache erklärt (2. August 1944), das mazedonische Alphabet wird eingeführt (3. Mai 1945), kurz darauf die amtliche Orthographie (7. Juni 1945). zurück

7 So wurde z. B. die albanische Literatur-/Standardsprache 1972 offiziell in Albanien und im Kosovo (auf der Basis des Gheg-Dialekts) eingeführt. Auch wenn die Entstehung des Neugriechischen symbolisch auf das Jahr des Falls von Konstantinopel (1453) datiert wird, also lange nach seiner Herausbildung im 11. Jh., wurde erst im Jahre 1976 das Dimotiki als offizielle Standardsprache deklariert. zurück

8 Sicher gab es während der Zugehörigkeit zu Jugoslawien einen starken Einfluss des Serbischen (Serbokroatischen) auf die mazedonische Sprache, und dies sogar noch nach 1991, als Mazedonien seine Unabhängigkeit erklärt hatte. Inzwischen hat freilich das Serbokroatische vor allem unter den jungen Menschen sehr stark an Ansehen eingebüßt und wurde institutionell marginalisiert (es wird z. B. nicht mehr unterrichtet). zurück

9 Diese können wie folgt klassifiziert werden:

1.nördliche Dialekte: a) westliche Gruppe: die Dialekte von Nieder-Polog oder Tetevo (долнополошки), von Skopska Crna Gora (скопскоцрногорски), der Gora-Dialekt (Kosovo), der in einem Teil Albaniens und auch in Mazedonien gesprochen wird; b) östliche Gruppe: die Dialekte von Kumanovo (кумановски), Kratovo (кратовски), Kriva Palanka (кривопаланечки), Ovče Pole (овчеполски);
2.westliche Dialekte: a) Zentraldialekte: die Dialekte von Prilep-Bitola (прилепско-битолски), Kičevo-Makedonski Brod (кичевско-поречки), Skopje-Veles (скопско-велешки), b) westliche und nordwestliche Dialekte: die Dialekte Gostivar (горнополошки), die Dialekte der Ortschaften am Ufer des Flusses Radika, flussaufwärts (рекански), von Galičnik (галички), Debar (дебарски), Drimkol-Golo Brdo (дримколско-голобрдски) – ein Dialekt, der auch in einer Region in Albanien gesprochen wird; die Dialekte von Vevčani-Radožda (вевчанско-радошки), Struga (струшки), Ohrid (охридски), Resen (горнопреспански), die Dialekte der Ortschaften am Ost- und Südufer des Prespa-Sees (долнопреспански);
3.östliche und südliche Dialekte: a) südliche Gruppe: die Dialekte von Negotino-Kavadarci-Demir Kapija-Mariovo (тиквешко-мариовски), Štip-Kočani-Probištip-Vinica-Radoviš (штипско-кочански), Strumica-Valandovo-Radoviš (струмички), des Malešeo-Tals und von Pirin-Mazedonien (Bulgarien; малешевско-пирински); b) südwestliche Gruppe: die Dialakte von Kostenarija (Ägäis-Makedonien; нестрамско-костенарски), Korçë (Albania; корчански), Kastoria (Ägäis-Makedonien; костурски); c) südöstliche Gruppe: Dialekte von Thessaloniki-Edessa (Ägäis-Makedonien; солунско-воденски), Serres-Drama-Langadas (Ägäis-Makedonien); Goce Delčev (Pirin-Mazedonien; серско-драмско-лагадинско-неврокопски). Die Dialekte außerhalb der aktuellen Landesgrenzen der Republik Mazedonien werden von einer großen Zahl von mazedonischen Staatsbürgern gesprochen, die freilich aus den o. g. Regionen (Ägäis-Makedonien, Pirin-Mazedonien usw.) stammen. Eine stärker schematisierte, doch durchaus stichhaltige Beschreibung findet sich in Марковиќ 2001. zurück

10 Bezeichnenderweise werden in der neuesten Ausgabe des Rechtschreibewörterbuches der mazedonischen Sprache (Правопис 2015), das 70 Jahre nach dem ersten diesbezüglichen Projekt erschienen ist, anstelle von Definitionen für Benennungen allgemeinster Art (etwa Teile des menschlichen Körpers) Zeichnungen verwendet. zurück

11 (Cf. Попис 2004: 198–333). Die Daten der Volkszählung wurden 2004 veröffentlicht. zurück

12 Albaner (507’989), Türken (71’757), Roma (38’528), Aromunen (Meglenorumänen eingeschlossen; 6’884), Serben (24’773), Bosniaken (8’560), Andere (mit einem hohen Anteil Bulgaren; 19’241). zurück

13 „Zwischen 1998 und 2011 haben dem Statistischen Amt der Europäischen Union zufolge 230’000 Bürger das Land verlassen und besitzen einen ständigen Aufenthaltsstatus im Ausland. Laut Eurostat entspricht diese Zahl ca. 10 % der mazedonischen Gesamtbevölkerung.” (cf. Ставровска 2013; Übers. von S. K.). zurück

14 Vor allem im Vergleich mit dem Serbischen, das von vielen Mazedoniern gut beherrscht wird. zurück

15 Freilich kann „Modernisierung” nur aus der Perspektive des Endergebnisses beurteilt werden (zumindest wird meist so vorgegangen), aber auch sequenziell, in diachronen Schnitten. Eine in einer bestimmten Epoche als „modern” empfundene sprachliche Form kann später als veraltet oder untergegangen gelten. Einige der hier angeführten Einheiten waren in einem bestimmten Entwicklungsstadium der mazedonischen Sprache modern und gelten heute als veraltet bzw. sind gänzlich aus dem Sprachgebrauch verschwunden. Anders verhält es sich mit den aus dem Aromunischen und dem Meglenorumänischen stammenden Lexien, die in der mazedonischen Gegenwartssprache vor allem unter stilistischem Aspekt von Interesse sind. zurück

16 Im Hinblick auf die Abgrenzung vom Serbischen gab es bereits im 17. Jh. die Tendenz (vor allem bei Gelehrten, Sprachwissenschaftlern, Terminologen, Schriftstellern), bewusst eigene Termini zu konstruieren bzw. zu calquieren bzw. den altkroatischen Wortschatz zu valorisieren. Diese Tendenz wurde nach der Gründung der Republik Kroatien (1991) wieder aufgenommen. zurück

17 Hier ist dieser Prozess viel jünger (er wurde 1997 im Zuge der Erarbeitung der Orthographienormen angeschoben) und in voller Entfaltung (die amtliche Rechtschreibung wurde 2009, die Grammatik 2010 offiziell eingeführt). zurück

18 Genauere Ausführungen (cf. Mladin 2013a, 2013b, 2013c). zurück

19 „Blickt man heute auf die ethnische Karte der Balkanhalbinsel, so ist man erstaunt ob ihrer [der Aromunen] außerordentlichen Verbreitung, vor allem in den südlichen Teilen, wo jene Bevölkerungen zersplittert sind, im Unterschied zum einheitlichen und unteilbaren Block des Rumänentums nördlich der Donau” (Capidan 1936: 53; Übers. von S. K.). zurück

20 Hier gibt es ca. 5’000 Entlehnungen aus dem Französischen, somit ist Türkisch nach dem Arabischen auf dem zweiten Platz, was den Import von Französismen betrifft. zurück

21 Vom 1. Französischen Kaiserreich besetzte (1905–1806) und später (1809) annektierte Gebiete, die heute teils zu Österreich, teils zu Kroatien und Slowenien gehören. Die Provinzen wurden 1813 von den Habsburgern erobert. zurück

22 Hier sei angemerkt, dass das umfassendste Wörterbuch der mazedonischen Sprache, Толковен речник на македонскиот јазик (2003, 2005, 2006, 2008, 2011, 2014), 250’000 Einträge hat. zurück

23 Maz. „збор од таен кондураџиски, чевласки говор” (Алексоска-Чкатроска 2010: 71). zurück

24 Kriva Palanka (maz. Крива Паланка) – Stadt und Kreis im Nordosten der Republik Mazedonien, an der Grenze zu Bulgarien. zurück

25 Maz. „тајнот говор” ‚Geheimsprache/Argot’ (cf. Алексоска-Чкатроска 2010: 62). Berühmt für ihr bauhandwerkliches Geschick, arbeiteten sie häufig in Rumänien, von wo sie einige Wörter mitgebracht haben dürften. zurück

26 Bei Dubletten verdrängen in den Fachterminologien Internationalismen die Erbwörter, z. B. суфикс ‚Suffix’ ersetzt наставка < настава ‚Bildung’, hier in der Bedeutung von ‚(etwas) was (etwas) anzeigt/bekanntgibt’; ‚Indiz’, ‚Signal’, oder завршок ‚Endung’. zurück

27 „Со овие « позајмени » зборови [зборови со потекло од латинските јазици], т. е. неологизми во нашиот јазик се настојува што повеќе да се оддалечиме од сличните на нашиот јазик, бугарскиот и српскиот”. (Кајгана 2015). zurück

28 Zu diesem Aspekt, vor allem zum Verhältnis zwischen Rumänisch und Albanisch, sei auf den provokativen Beitrag von Dan Alexe (Alexe s. a.) sowie auf zwei Aufsätze von Seit Mansaku (Mansaku 2000 bzw. 2001) verwiesen, wobei Alexe die Wege des Eindringens und die Chronologie der lateinischen Elemente im Albanischen diskutiert, Mansaku diese vor allem mit ähnlichen Elementen/Einheiten im Rumänischen und Dalmatischen vergleicht. zurück

29 Ein treffendes Beispiel für eine solche Mischung von sprachlichen Einheiten aus verschiedenen Idiomen findet sich sogar in dieser Region: das Torlakische – eine (im Verschwinden begriffene) Regionalsprache, die insgesamt aus den südserbischen, den nordwestbulgarischen sowie drei mazedonischen Dialekten (Kumanowo – im Nordwesten; Kratovo – im Zentrum, Kriva Palanka – im Süden) besteht. Das Torlakische wird in einigen Gemeinden von Serben, Bulgaren, Mazedoniern und von Muslimen im Süden des Kosovo gesprochen, jedoch auch von den Karaschower Kroaten im rumänischen Banat. Sein Status wird von der UNESCO als „gefährdet” eingestuft : „Vitality: Vulnerable – cod: ISO 639-3” (UNESCO 2015). Zwei Wörter mit „multipler Etymologie” (zu den betreffenden Sprachen zählt auch Rumänisch) seien hier angeführt: 1) корсет (Pl. корсети) < frz. corset; cf. bulg. корсет(о) , skr. korset, türk. qorsekorse, rum. corset (Видоески et al. 1986; Конески 1986b; Ванков 1968; Георгиев et al. 1971; Franolic 1976; Миќуновиќ 1999; Алексоска-Чкатроска 2010); 2) панталони (v. a. im Pl.) – панталонпантоланипантоломипантоли < frz.pantalons; cf. bulg. панталон(и), skr.pantalonipantalone, türk. pantalon, rum. pantaloni, ar. pantalone. (Видоески et al. 1986; Конески 1986b; Георгиев et al. 1971; Franolic 1976; Алексоска-Чкатроска 2010: DEX 2004–2017). zurück

30 Cf. die Definitionen von Gustav Weigand und Kristian Sandfeld-Jensen; für die rumänische Sprachwissenschaft von Alexandru Rosetti (cf. Rosetti 1968: 203–204). Es ist erwiesen, dass von allen balkanischen Idiomen die folgenden die meisten Gemeinsamkeiten aufweisen: Albanisch, Rumänisch, Bulgarisch und Mazedonisch. zurück

31 Im Verständnis von Nikolai Trubetzkoy (cf. Sériot 1993: 100). zurück