Ein Ausweg aus der ›weißen Komplizenschaft‹? Zur Performance #6 – Queer Sells von White on White

  • Hanna Voss

Abstract

Der Terminus ›White on White‹, welcher dem Titel des bekannten Gemäldes von Kasimir Malewitsch (1918) entlehnt ist, bezeichnet hier sowohl die künstlerische Beziehung der beiden Performer Iggy Malmborg aus Malmö und Johannes Schmit aus Berlin als auch deren Performanceserie (vgl. White on White 2015). Während die Radikalität von Malewitschs Gemälde für die Zeitgenossen in der geometrischen Abstraktion ohne Referenz auf eine äußere Wirklichkeit bestand (vgl. anonym 2003:85) – auf der quadratischen Leinwand ist lediglich ein in Öl gemaltes weißes, leicht nach rechts gekipptes Quadrat auf weißem Grund zu sehen –, könnte die Relevanz von White on White gerade in dem von ihnen angekündigten Aufgreifen und der künstlerischen Verhandlung jener gesellschaftlichen Fragen liegen, die aktuell im Kontext der Critical-Whiteness-Forschung diskutiert werden (vgl. Eggers u.a. 2005). Letztere steht in engem thematischen Zusammenhang mit der postkolonialen Theoriebildung (vgl. Kerner 2012:86) und entwickelte sich in den 1990er Jahren ausgehend von den USA zu einer eigenen wissenschaftlichen Disziplin.
Veröffentlicht
17-01-2017
Zitationsvorschlag
Voss, H. (2017). Ein Ausweg aus der ›weißen Komplizenschaft‹? Zur Performance #6 – Queer Sells von White on White. Itw : Im Dialog, 2. https://doi.org/10.16905/itwid.2016.8.